Gratis bloggen bei
myblog.de


____________________________________

Sylthea - Tales of the Priestess






Kapitel 3:


Im Angesicht des Krieges



____________________________________


„Ich hoffe, Ihr habt schon einmal einen Widder geritten!“ ruft er ihr Eilig zu, kurz bevor er in den Stall rennt. „...n-nein... noch nie.“ erwidert sie mit lauter aber unsicher klingenden Stimme. „Hm. Dann bereitet Euch auf einen schweren Ritt vor.“ Sie wird langsamer, stoppt vor dem Stall und wartet. Der Zwerg kommt mit 2 Widdern – beide fast so groß wie Sylthea selbst und mit prächtiger Schlachtrüstung gepanzert – aus dem Stall. „Nun... es ist im Grunde ganz einfach.“ Er deutet auf den Steigbügel. „Dort tut ihr euren Fuß hinein, dann drückt Ihr Euch auf seinen Rücken... nun... dann haltet Ihr Euch fest. Er reitet mir nach, Ihr müsst nur im Sattel bleiben.“ Sie nickt leicht, schluckt. „D-Das... ich werden tun, ja.“ meint sie dann mit leiser Stimme. „Gut.“ Der Zwerg schwingt sich trotz seiner Größe problemlos auf den Widder, führt den anderen Widder neben Sylthea. Sie hebt ihr Bein, schiebt es in den Steigbügel. „Nein... nein. Das andere Bein.“ „Oh...“ meint sie leise und überlegt einen Moment. „Ja... damit... ich schwingen auf Widder, logisch ist.“ Der Zwerg nickt, Sylthea befreit ihren Fuß mühevoll aus dem Bügel, stolpert fast, als in der Ferne erneut ein lauter Knall zu vernehmen ist. Sie zuckt verängstigt zusammen, kneift die Augen einen Moment zusammen, atmet tief durch. Sie streift sich ihre Robe zurecht und hebt das Andere Bein in den Bügel, schaut zu dem Zwerg. „Nun drückt Euch auf.“ Sie nickt und drückt sich nach oben, hält sich mit den Armen mühevoll auf dem Rücken des Widders. „...d-das... das... schwerig.“ „Es braucht etwas Übung, ja.“ Sie nickt erneut und klammert sich auf den Rücken des Widders, rutscht ein wenig hin und her, bis sie eine Sitzposition hat, die sich halbwegs sicher einfühlt.“ Der Zwerg lächelt. „Sehr gut macht Ihr das.“ Sie lächelt ebenso. „...nun... das war der einfache Teil.“ Sie hebt ihre Augenbrauen. „...das... aber schon schwerig sehr.“ Der Zwerg lacht kurz auf. „...haltet Euch gut fest, wenn wir los reiten.“

Der Zwerg deutet auf zwei Griffe, die sich an der Panzerung am Hals befinden. „Dort könnt Ihr Euch festhalten. Die sind für neue Reiter gedacht.“ „J-ja... gut.“ Sie fasst an die Griffe und drückt ihre Hände fest um sie. Erneut lächelt der Zwerg ermutigend. „Sehr gut. Sylthea, das war Euer Name, richtig?“ „Ja... das Name.“ „Gut, Sylthea. Ich bin Malakai. ...wir werden nun losreiten. Zum Eisschwingenbunker. Die Horde belagert unseren Bunker zur Zeit. Es könnte sehr gefährlich werden, aber Ihr werdet eine wichtige Verbündete für die Soldaten dort, falls wir durchkommen.“ „...ja... falls wir durchkommen“ wiederholt sie leise. Der Zwerg klopft Syltheas Widder kurz auf die Seite, schaut dann noch einmal zu Sylthea. „Sorgt Euch nicht. Es wird alles gutgehen.“ Dann reitet er los. Syltheas Widder folgt. Erst langsam, dann immer schneller. Sylthea drückt sich eng auf den Widder, umklammert ihn und beißt die Zähne sichtbar fest zusammen. Je schneller der Widder wird, desto deutlicher ist die Angst in ihrer Mimik zu erkennen, die sie sonst so gekonnt versteckt. „Ich... ich... ...das schaffen, Mama.“ Sie schließt ihre Augen und atmet tief ein und aus, nach einer Weile verschwindet die Angst in ihrem Gesicht und trotz des sehr holprigen Ritts durch die verschneiten Pässe des Tals ist ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen zu erkennen. „Geht es Euch gut? Wir sind fast da!“ ruft der Zwerg von vorn zu. Sylthea zuckt etwas erschrocken auf, wird aus ihren Gedanken gerissen. „Sylthea gut!“ ruft sie zurück. Der Zwerg wird langsamer und so auch Syltheas Widder, Beide kommen an einer Klippe zum Stehen. Malakai schaut zu Sylthea und deutet auf das Gebäude aus Stein, das noch in Einiger Entfernung zu sehen ist. „Dies ist der Bunker.“ sagt er und kramt derweil in seinem Rucksack, holt ein Fernrohr hervor, setzt es an sein Auge, begutachtet die Situation eine Weile wortlos. Sylthea schaut zu, ebenfalls wortlos, abwartend. „Keine Belagerung auszumachen.“ sagt er neu einiger Zeit verwundert und reicht Sylthea das Fernrohr. Sie schaut einen Moment verwundert, nimmt es entgegen, setzt es ebenfalls an ihr Auge und betrachtet erstaunt die Gegend. „Seht Ihr etwas?“ Sylthea schüttelt den Kopf. „N-Nein. Keine Horde.“ Er nickt. „Gut. Dann haben wir einen günstigen Moment erwischt. Auf zum Bunker.“ „J-Ja. Sylthea... bereit.“ Der Zwerg zieht am Geschirr seines Widders, dieser setzt sich in Bewegung. Syltheas Widder folgt ihm sofort. Sie reiten eine verschneite Schräge hinab Richtung Bunker. Der Zwerg schaut sich aufmerksam um. Noch immer keine Feinde zu sehen. „Dabei... meinte der Chef, hier wäre so viel los.“ murmelt er leise zu sich selbst. Dann wird er langsamer, sie treffen beim Bunker ein. Rote Lachen haben den Schnee verfärbt, anzunehmen, dass es sich um Blut handelt. „...keine... Wächter...“ meint der Zwerg leise, als er absteigt und schaut sich dabei genau um. Plötzlich ein Schrei aus dem Bunker, der Zwerg rennt los. „Kommt!“ Beide rennen in den Bunker, links um die Ecke, dann rechts um die Ecke. Sie stehen in einem großen Raum. Tote Körper liegen hier verteilt. Zwerge... Orcs... Trolle... ein Mensch. Zweifelsohne hat hier eine Schlacht stattgefunden. Der Zwerg schaut panisch durch den Raum. „Sie... sie sind... alle tot. Die Verteidiger.“ Er rennt die Treppen hinauf. „Sylthea, schaut bitte, ob -“ - dann ein lauter Schrei und die Erde bebt auf. Sylthea zuckt heftig zusammen, rennt Richtung Treppe. Eine Wand aus Feuer versperrt ihr den Weg – oben muss es eine Explosion gegeben haben! Sie schaut sich panisch um, sucht einen Ausweg, irgendetwas, das sie tun könnte... erblickt schließlich nur den Weg, durch den sie hinein kam und rennt Richtung Ausgang. „N-Nein... nicht... nicht...“ wimmert sie leise, schaut sich um, rennt den Weg zurück, Rechts um die Ecke, links um die Ecke, keucht schwer. Ein markerschütterndes Brüllen ist von oben zu Hören. Sylthea weitet ihre Augen und schreit kurz auf, als sie den riesigen Wyvern sieht, der am Himmel schwebt und seinen Blick auf sie fixiert hat. Ihr Herz rast, einen Moment starrt sie einfach nur und steht versteinert da. Der Wyvern mustert sie knurrend. „...n-nei...n...“ wimmert sie leise, atmet tief ein. Der Wyvern brüllt erneut, flattert mit seinen Flügeln. Sie kreischt angsterefüllt auf und versucht noch, sich umzudrehen und in die zweifelhafte Sicherheit des Bunkers zu fliehen, als der Wyvern sich auf sie hinabstürzt. „...M-Ma... ... MAMA!!“

2.8.08 02:06


 [eine Seite weiter]